Heimspiel im Stadtrain, Winterthur

Heimspiel im Stadtrain, Winterthur

22. Oktober 2017 2 Von Yana

Metzgete in der Nachbarschaft

So einen kurzen Weg hatte ich schon lange nicht mehr, um Blut- und Leberwurst zu geniessen. Im neuen alten Stadtrain in Winterthur wird, nach einigen Jahren Zwischenauftritt als Pub, mittlerweile gutbürgerliche Küche serviert, an diesem Wochenende Metzgete.

Das Restaurant ist ausgebucht und es herrscht gelöste Stimmung, was sich im höheren Geräuschpegel manifestiert. Einladende Holztische und -stühle sowie freundliche Gastgeber heissen uns willkommen. Nostalgische Schwarz-Weiss-Fotografien zieren die Wände. Die sanfte Renovation hat dem Restaurant gutgetan, nun sind wir gespannt auf die Leistung der Küche.

Die Metzgete-Karte in Form eines Tischsets liegt nur auf jedem zweiten Tisch auf, bietet aber eine gelungene Auswahl. Neben den üblichen Verdächtigen finden sich darauf sogar Schwänzli und Schnörrli, das gibt es nicht mehr so häufig.

Für die erste Runde bestellen meine Begleitung und ich gleich das Herzstück einer Metzgete: Blutwurst und Leberwurst mit Sauerkraut. Die Grösse der Würste ist genau richtig, um mehrere Speisen probieren zu können.

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Blut- und Leberwurst sowie hausgemachtes Sauerkraut im Stadtrain, Winterthur ZH

Die Blutwurst weist einen wunderbaren Schnitt auf und lässt sich problemlos mit Jennys original Blutwurst-Schneidetechnik essen, natürlich auch dank der scharfen Messer, die automatisch bereitgelegt worden sind. Die hübschen Suppenteller hingegen engen mich etwas ein beim Schneiden, auf einem flachen Teller würde das besser gelingen.

Geschmacklich würde ich mir mehr Gewürze als Salz wünschen, sie kommen nicht ganz zur Geltung. Viel überzeugender ist diesmal die Leberwurst, die für mich genau den richtigen Anteil Leber hat, nicht zu viel und nicht zu wenig, an dieser Stelle ein Kompliment an die Metzgerei Steiner in Räterschen ZH.

Erwähnenswert ist auch das selbstgemachte Sauerkraut mit Kümmel, welches viel grober ist und auf dem ersten Blick wie Bandnudeln erscheint. Ich muss sagen, dass diese grösseren Stücke sich interessant und gehaltvoller im Mund anfühlen, allerdings schmecken sie einen Tick zu sauer und dürften für meinen Geschmack noch eine Viertelstunde länger köcheln.

In der zweiten Runde gibt es für meine Begleitung 2erlei Speck und für mich Läberli in Rotweinsauce. Diese Portionen fallen ehrlich gesagt recht klein aus für den Preis, aber weil wir uns dazu eine Röschti teilen, sind unsere Mägen gar nicht so unglücklich darüber.

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Läberli in Rotweinsauce und Röschti im Stadtrain, Winterthur ZH

Meine Läberli sind sehr gut, die Rotweinsauce beinhaltet noch Zwiebelstückchen, ist aber nicht zu dominant, die Fleischstücke sind rosa und zart, genau wie ich sie liebe. Sogar meine Begleitung, die sonst kein grosser Läberlifan ist, hilft mir fleissig beim Essen. Und dies nicht nur, weil der Speck ratzfatz weggefuttert ist.

Zum Speck gibt es nicht so viel zu sagen, es gibt geräucherten und grünen, beide werden als solide bezeichnet, wenn man Speck mag, jedoch gibt es kein herausstechendes Merkmal. Die Röschti schmeckt uns gut, sie ist aussen knusprig und innen nicht trocken.

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Zweierlei Speck im Stadtrain, Winterthur ZH

Völlig im Gespräch vertieft und eifrig von der Bierkarte (mit Fokus Winterthur) bestellend, merken wir erst, als die Eingangstür auf Durchzug gestellt wird, dass wir fast die letzten Gäste sind. Ein verbaler Hinweis hätte es auch getan: Die Pubzeiten sind definitiv vorbei.

http://www.stadtrain-winterthur.ch/
Datum: 21.10.2017

Meine Bewertung

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