Metzgete Bahnhöfli Oberwinterthur

Metzgete Bahnhöfli Oberwinterthur

18. Februar 2017 0 Von Jenny

Nach der Gourmetmetzgete in Neuheim stand mir der Gluscht nach einer traditionellen Metzgete, ohne Verzierung. Da kam mir Yana’s Hinweis auf die Metzgete im Bahnhöfli grad recht: regionale Produkte, soziales Konzept und kurzer Anfahrtsweg. Perfekte Voraussetzungen sozusagen.

Und als ob dem noch nicht genug des Glücks gewesen wäre, hatte mein Kalender auch noch eine freie Stelle. Also auf nach Oberwinterthur.

Die Quartierbeiz in der Stadt

Das Bahnhöfli hebt den Standard der Quartierbeiz auf ein neues Level. Statt verrauchter Chnelle präsentiert sich ein hübscher (rauchfreier) Raum. In wechselndem Turnus präsentieren Künstler ihre Bilder an den Wänden, welche wiederum gekauft werden können. Dass das Bahnhöfli nicht nur eine Quartierbeiz sein will, zeigt das Klientel: Viele kennen sich, des Öfteren wird ein Schwatz gehalten.

Schlachtplatte oder einzeln wählen?

Die Speisekarte enthält die üblichen Metzgete-Speisen zum selber kombinieren oder eine Schlachtplatte. Da die Platte jedoch keine Leberli enthält, entscheiden wir uns für einen gemischten Teller à la Yana & Jenny: je zwei Blut- und Leberwürste, Leberli, Speck, Rösti und Sauerkraut. Dazu zwei Stadtguet Amber – auch beim Bier bleibt das Bahnhöfli lokal.

Blutwurst, Leberwurst, Speck, Leberli, Sauerkraut und Rösti

Schon bald hören wir, wie die Leberli in der Pfanne zischen, die Vorfreude steigt. Und auch wenn das Bahnhöfli nicht schlecht besucht ist, warten wir nicht lange auf unsere Platte. Na dann, auf sie mit Gebrüll!

Ich beginne mit den Leberli, wäre ja schade, wenn die kalt werden würden. Rassig gewürzt, mit reichlich Zwiebeln angebraten. Perfekt für mich als Zwiebelliebhaber J Und auch die frischen Kräuter fehlen nicht. Alles in allem schmeckten mir die Leberli vorzüglich. Einziger – kleiner – wehmutstropfen waren vereinzelte trockene Stücklein. Aber das ist meckern auf hohem Niveau.

Weiter zum Speck. Solide im Geschmack, jedoch nichts überraschendes. Durchaus ein Stück, dass durch den Gebrauch von Senf nicht verunstaltet werden würde.
Ich legte eine kurze Fleisch-Neutralisierungsphase ein und widmete mich der Rösti. Aussen knusprig und goldbraun, innen heiss und saftig. Vom Geschmack her hätte etwas mehr Würze sein dürfen, aber dafür hatte ich ja noch etwas Sauce von den Leberli übrig. In der Kombination? Hervorragend!
Mich dem Sauerkraut zuwendend bemerkte ich, dass dies mein erstes Kraut der Saison sein würde, dass ohne Rahm oder Milch zubereitet wurde. Entsprechend verdiente das Kraut auch sein sauer im Namen, jedoch ohne die penetrante Säure, welche noch tagelang in den Zähnen nachhängt. Durchaus empfehlenswert.

Die Würste

Zufrieden vom ersten Teil wendete ich mich den Würsten zu. Mit der Blutwurst startend, zweifelte ich einmal mehr an der Kraft meiner Hände. Oder meinem Messer. Auf jeden Fall war das Zerschneiden der Haut meine Herausforderung des Abends. Entsprechend hatte ich auch eine Sauerei auf dem Teller. Janu, schmecken muss es 😉 Obwohl ich die Wurst aus der Haut schaben musste, wies sie eine gute Konsistenz auf. Geschmacklich war sie solide, jedoch keine Besonderheit und für meinen Gusto war sie etwas zu fettig.

Weiter zur Leberwurst. Diese liess sich deutlich einfacher zerschneiden, so schwach war ich wohl doch nicht. Und auch die Haut flutschte nur so von der Wurst, ein Kindespiel! Schnell merkte ich jedoch, wieso die Wurst so gut aus der Haut flutschte: Fett. Schade, denn ansonsten wäre die Leberwurst nach meinem Geschmack gewesen. Gute Lebernote aber nicht penetrant. Mit der konstanten Fettnote verleidete der Geschmack jedoch und ich war froh, nur eine kleine Wurst auf dem Teller zu haben.

Leberli zum Zweiten

Hungrig war ich nach diesem reichhaltigen Teller nicht mehr, aber auch noch nicht satt. Ich entschloss mich, nochmals auf die Leberli und Rösti zu setzen und diese mit einer Bratwurst zu kombinieren.

Bratwurst mit Leberli und Rösti

Geschmacklich waren die Leberli auch beim zweiten Mal hervorragend. Und die Sauce enthielt noch mehr Zwiebeln. Lag es an den Leberli oder gehörte die zur Bratwurst? Sollte mir egal sein, denn sie schmeckte. Und dieses Mal waren die Leberli auch durchwegs saftig. Die zweite Portion hatte sich für mich gelohnt.

Mit einem auftretenden Sättigungsgefühl machte ich mich an die Bratwurst. Wie die beiden vorherigen Würste war diese etwas fettig – schade, denn langsam hatte ich genug Fett gegessen. Ansonsten war sie würzig im Geschmack und schnell von meinem Teller verschwunden. Mit letzter Energie machte ich mich noch an die Rösti und vertilgte diese mit dem Rest der Zwiebelsauce. Pappsatt und zufrieden legte ich das Besteck zusammen und widmete mich meinem Bier.

Fazit

Geschmacklich überzeugten mich vor Allem die Leberli und die Rösti. Speck und Sauerkraut waren sehr solide im Geschmack und würde ich jederzeit wieder bestellen. Von den Würsten konnte mich keine gänzlich Überzeugen, was vor Allem am durchwegs hohen Fettgehalt lag.

Persönlich hat mich das Bahnhöfli aber überzeugt und ich werde sicherlich auch sonst einmal vorbeischauen. Und auch preislich überzeugte es mich: CHF 32.- für all die genannten Speisen und zwei Bier, das sucht seinesgleichen.

Datum der Metzgete: 16.02.2017
www.bahnhof-oberwinterthur.ch

Meine Bewertung

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Qualität: Metzgete BewertungMetzgete BewertungMetzgete Bewertung
Service/Atmosphäre: Metzgete BewertungMetzgete BewertungMetzgete BewertungMetzgete BewertungMetzgete Bewertung
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