Metzgete Buffet in der Stallstube im Riethof, Dachsen

Metzgete Buffet in der Stallstube im Riethof, Dachsen

13. Dezember 2017 0 Von Yana

Metzgete im ehemaligen Schweinestall

Bei der ausführlichen Recherche für unseren Metzgete Kalender bin ich auf den Riethof gestossen, dessen ansprechende Website mitsamt des detaillierten und verführerischen Metzgete-Angebots mir sofort zugesagt hat. Und das Beste: Er befindet sich in Dachsen ZH, ein paar Dörfer von meiner Heimat entfernt!

Meine Wunschbegleitung ist ebenfalls rasch von der geplanten Veranstaltung überzeugt und so reserviere ich ausnahmsweise über einen Monat im Voraus zwei der letzten verfügbaren Plätze am finalen Metzgete-Wochenende.

Teil eins der Anreise mit der S33 weckt Kindheitserinnerungen, aber die Weiterfahrt per vorbestelltem Taxi ist neu. Der Riethof liegt nämlich etwas ausserhalb des Dorfes und ist in dieser Jahreszeit nicht so einfach zu Fuss zu erreichen.

Der ehemalige Schweinestall, mittlerweile komplett gefliest und sehr geschmackvoll   dekoriert mit einem heimeligen Cheminée, sieht sehr einladend aus und ist bereits gut besucht. Wir teilen uns einen langen Tisch mit einer Fünfergruppe, haben aber grosszügig Platz und keine unmittelbaren Sitznachbarn.

Zum Auftakt stellen wir uns am Salatbuffet einen frischen Nüsslisalat mit gehackten Zwiebeln, Ei und Croutons zusammen, dazu probieren wir ein Glas Rotwein aus dem Nachbardorf Benken. Die Philosophie des Riethofs beinhaltet einen starken Fokus auf regionale Produkte, auch die Weinkarte weist explizit nur Rebensaft aus der Umgebung auf, schliesslich befinden wir uns im Zürcher Weinland und das Schaffhauser Blauburgunderland liegt ebenfalls gleich um die Ecke.

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Nüsslisalat mit gehackten Zwiebeln, Ei und Croutons, dazu selbstgebackenes Brot im Riethof, Dachsen ZH

Zuerst die Würste

Mit nun geöffnetem Magen widme ich mich den Würsten: Mit dem vorhandenen Messer komme ich der Blutwurst leider eher schlecht als recht bei, die Masse muss rausgeschabt werden. Vom Schnitt kann ich daher nichts berichten, aber der Geschmack, die Oralhaptik und Munderotik überzeugen nicht, die Wurst ist eher fad und vor allem viel zu trocken. Die Konsistenz der Leberwurst ist gut, aber mehr Kräuter und Gewürze würden den Geschmack unterstützen. Dasselbe gilt auch für die kleine Bratwurst, sie ist weniger grob und rassig als erwartet.

An den Beilagen gibt es nichts auszusetzen, die Dörrbohnen und das Sauerkraut sind prima, die Salzkartoffeln so wie sie sein sollen. Untypisch für mich schmecken mir auch die Apfelstücke mit einer leichten Zimtnote. Meiner Begleitung entnehme ich, dass auch das Apfelmus mundet, wenn auch ohne Zimt. Das Highlight des Tellers ist aber die richtig dunkle und aromatische Sauce, in die wir uns reinlegen könnten.

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Blut-, Leber- und Bratwurst mit Zwiebelsauce, Dörrbohnen, Sauerkraut, Salzkartoffel und Apfelstück im Riethof, Dachsen ZH

Zwischengang: Läberli!

Wegen der Leichtigkeit und zu dominanter Säure des Weins entscheiden wir uns nun für eine andere Flasche aus Flaach, die uns, Liebhaber gehaltvollerer Weine, sehr positiv überrascht und richtig begeistert.

Dazu erhalten wir auf Bestellung je eine kleine Portion frischgebratener Läberli und Röschti. Wieder ist die dunkle Sauce richtig dick und intensiv, mit Zwiebelstückchen und Peterli, diesmal aber einen Tick zu salzig. Die rosa auf den Punkt gebratenen, butterzarten Läberli kommen daher gar nicht zur Geltung, schade. Bei der knusprigen Röschti gibt es überhaupt keine Klagen, davon möchte ich gerne mehr.

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Frischgebratene Läberli mit Röschti im Riethof, Dachsen ZH

Von der Fleischtheke

Jetzt gibt es was zu tun für den Chef an der Theke (s. Hauptbild), für mich einmal alles! Nur kein Schnörrli, das schnappt sich dafür meine Begleitung. Dazu nehme ich nochmal etwas Röschti, Sauerkraut, Dörrbohnen und unterschiedliche Senfe.

Abgesehen von der Konsistenz des Schwänzlis, woran ich mich einfach nicht gewöhnen mag (wie es auch meiner Begleitung mit dem Schnörrli geht), sind alle Salz- und Rauchfleische schmackhaft und gut, aber die Krönung sind die sehr gelungene und zarte Zunge sowie die beiden Specksorten. Bereits der grüne Speck ist ausgesprochen delikat und weich, aber der geräucherte Speck ist so köstlich mürbe, dass er mir im Mund zergeht. Er toppt schlicht alles, was ich in meinem ganzen Leben an Speck gegessen habe!

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Rippli, Züngli, Schweinshals, Schinkli, Schwänzli, zwei Sorten himmlischer Speck mit Röschti, Sauerkraut, Dörrbohnen und diverse Senfe im Riethof, Dachsen ZH

Nach dieser Fleischorgie benötigen wir eine kleine Pause, um ein paar Schritte zu gehen und die Verdauung anzukurbeln. Der schön geschmückte Hofplatz mit dem Brunnen sieht märchenhaft aus, dennoch verschlägt es uns ins hübsche Holzhäuschen mit Cheminée, das als Fumoir dient.

Spontan werden wir vom Chef persönlich zu einer kleinen Führung eingeladen und werfen einen Blick in den ehemaligen Rinderstall, der jetzt als Bar dient und wo man Übernachtungen im Stroh buchen kann.

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Prächtig geschmückter Hofplatz des Riethofs, Dachsen ZH

Zum Abschluss dieses Festmahls gönne ich mir noch einen Miniteller mit dem hervorragenden Speck und etwas Geschnetzeltes. Ersteres ist immer noch unbeschreiblich lecker, Zweiteres leider schon etwas trocken, vielleicht durch die Warmhaltung, und die Sauce sagt mir nicht so zu.

Meine tapfere Begleitung kann ebenfalls dem Speck und der Zwiebelsauce nicht widerstehen und probiert dazu noch den Fleischkäse, der sehr fein und ausgewogen sein soll.

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Auf den Gang zum Dessertbuffet verzichte ich dankend und gebe mich mit einem Corretto Grappa zufrieden, ich lasse mir aber sagen, dass die hausgemachte Nidelwähe und die Crème Brûlée sehr empfehlenswert sind. Zum Abschied erhalten wir noch einen Schnaps aufs Haus (namens „Maa“), bevor uns das Taxi zurück zum Bahnhof bringt.

Fazit: An der Stallstube-Metzgete gibt es reichlich Auswahl für jeden Geschmack, nur schon wegem Speck würde ich jederzeit gerne wiederkommen. Einzig die Würste, insbesondere die Blutwurst, entsprachen nicht meinen Erwartungen. Dies wird aber ohne Weiteres durch das schöne Ambiente und den angenehmen Service wettgemacht.

Meine Bewertung

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Service/Atmosphäre: Metzgete BewertungMetzgete BewertungMetzgete BewertungMetzgete BewertungMetzgete Bewertung
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www.stallstube.ch
Datum: 01.12.2017

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