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An diesem Freitagabend führte uns die Liebe zur Blutwurst mitten in den Chreis Cheib nach Zürich, ins Restaurant Convivio. Mit dabei: Mein neues Metzgete Messer. Aber dazu später mehr.

Nur weniger Meter entfernt vom Kaserneareal entfernt wurde uns Ehrlichkeit, Nachhaltigkeit und Herzlichkeit versprochen. Wir waren also gespannt.

Urchigkeit trifft Gemütlichkeit

Kaum waren wir eingetreten, wurden wir herzlich begrüsst und unsere Mäntel in Empfang genommen. Die Herzlichkeit war schon mal gewiss. Auch unsere Plätze waren schnell gefunden und ein hopfiges Erfrischungsgetränk stand wenige Minuten später auf dem Tisch.

Kurz darauf wurde uns auch das Menü gereicht und damit begann die Qual der Wahl. Metzgete Tavolata? Schlachtplatte? Alles einzeln bestellen?

Schlussendlich entschieden wir uns für zwei Mal Schlachtplatte und einmal einzeln bestellen.

Schweins-Sülzli

Zur Vorspeise genehmigte ich mir noch das Schweins Sülzli mit Röstbrot und Salat. Die Präsentation machte durchaus Freude: Auf einer Schieferplatte, das Sülzli im Glas und einer getoasteten Scheibe Brot, die so richtig schön knusprig war.

Salat, Röstbrot und Schweins-Sülzli

Das Sülzli selbst war stichfest und enthielt knackige Rüebli- und Selleriestücke. Alles zusammen war sehr schmackhaft, gerade auch weil das Sülzli selbst eher dezent gewürzt war. Geht das schon unter Ehrlichkeit?

Zu meinem Leidwesen musste ich feststellen, dass die gute Konsistenz des Sülzli dazu führte, dass es öfters mal vom Brot kullerte. Eine gewisse Balancefähigkeit war daher durchaus zu empfehlen.

Blutwurst im Convivio

Bald darauf wurde die Schlachtplatte mit den Extraspeisen serviert. Zu unserem Glück stand eine Wärmeplatte bereit, da wurde schon eine ordentliche Menge an Essen aufgetischt.

Schlachtplatte

Das Angebot des Warmhaltens nahm ich gerne in Anspruch und lud mir lediglich eine Blutwurst und eine Kartoffel auf den Teller. Und da war sie, die Stunde der Wahrheit für mein Metzgete Messer 😉 Fertig über schlechte Messer reklamieren oder den Schnitt aufgrund fehlender Möglichkeiten nicht beurteilen können. Ab jetzt gilts ernst 😉

Blutwurst Kartoffel

Gespannt setzte ich zum Schnitt an und das Messer glitt durch die Wurst wie durch warme Butter. Herrlich. Entsprechend glatt war der Schnitt auch. Da die Wurst eher klein war, gab es nur wenig Bäuchlein und es trat auch keinerlei Fett aus.

Die Kosistenz war schön fest, ich hätte mit der Gabel noch herumfuchteln können, und die Wurst wäre an Ort und Stelle geblieben. Meine beiden Begleiter meinten, ihnen sei die Wurst zu trocken – das konnte ich bei mir aber nur ganz an den Enden feststellen.

Geschmacklich empfand ich die Wurst eher als zurückhaltend, ursprünglich. Und musste mir eingestehen, dass ich inzwischen doch mehr Freude an kreativ aber passend gewürzten Blutwürsten gefunden habe.

Leberwurst

Als nächstes genehmigte ich mir die Leberwurst mit etwas Sauerkraut. Bei der Leberwurst fand ich, dass sie einen angenehmen Anteil an Kopffleisch aufwies – ursprünglich, aber nicht «säuelig» im Geschmack. Auch die Würze war nach meinem Geschmack.

Leberwurst Sauerkraut

Auch hier konnte ich die Qualität meines neuen Messers voll und ganz geniessen.

Bratwurst

Waren die Bratwürste ursprünglich vergessen gegangen, wurden sie uns auf Nachfrage sofort und ohne Aufheben serviert. Just in dem Moment, in dem ich meinen Teller aufs Neue beladen wollte. Also griff ich zur Bratwurst.

Bratwurst
Auch hier schnitt das Messer wie durch Butter und eine glatte Fläche erschien. Schon fast wie bei einer Kalbsbratwurst. Doch das lag mehr am Messer als daran, dass die Wurst nicht grobkörnig wäre 😉

Geschmacklich erinnerte mich die Wurst ein bisschen an Weihnachten, sie hätte aber durchaus mehr Fettanteil haben dürfen – sowohl für den Gschmack als auch für die Saftigkeit.

Speck, Hals & Zunge

Als nächstes genehmigte ich mir ein Stück Speck. Dieser war saftig gekocht, zart im Biss und schön schmackhaft. Ein grundsolides Stück Speck.

So auch der Hals, ein schönes Stück Fleisch, das zart auf der Zunge liegt und einen schönen Geschmack mit sich bringt.

Last but not Least widmete ich mich der Zunge. Und wurde überrascht. Ich bin mir bei diesem Stück gewohnt, auf aromatisch aber oft leicht faseriges Fleisch zu stossen. Nicht hier. Also ja, aromatisch definitiv, gleichzeitig aber so zart, wie ich es bei der Zunge noch selten erlebt habe. Chapeau.

Die Beilagen im Convivio

Waren die Fleischstücke allesamt nicht stark gewürzt und naturbelassen, schwang bei den Beilagen das eine oder andere Mal eine interessante Note mit. Nicht immer gelang es mir, den Geschmack eindeutig zu identifizieren.
Zur Salzkartoffel werde ich nicht viel schreiben, wer mich kennt, weiss über meine Meinung bescheid 😉

Das Sauerkraut hatte einen schön festen Biss und für mich eine Note nach Minze. Ist mir noch nie so begegnet, es schmeckte mir aber durchaus. Gerade weil es etwas zusätzliche frische und Leichtigkeit mit sich brachte.

Auch die Bohnen hatten ein Gewürz an sich, das mir Rätsel aufgab. Hier schaffte ich es aber definitiv nicht, es zu identifizieren. Daher kann ich nur sagen, dass die Bohnen einen guten Biss hatten und mir schmeckten.

Fazit: Metzgete im Convivio

Bei der Metzgete im Convivio wurde ehrlicher Geschmack, qualitativ gute Lebensmittel und doch ab und zu eine gewisse Raffinesse gemischt. Alles in allem schmeckte es mir sehr gut.

Bei einzelnen Speisen hätte sich etwas mehr Fett und damit Saft durchaus positiv ausgewirkt.

Preislich liegt das Convivio meiner Einschätzung nach eher im oberen Rahmen. Bei der Schlachtplatte für CHF 49 kann ich den Preis durchaus nachvollziehen, zusammen mit dem Sülzli für CHF 20 macht es dann doch eine teurere Metzgete aus.

Datum der Metzgete: 18.11.2022
convivio.ch

Meine Bewertung

Angebot: 🐷🐷🐷🐷
Qualität: 🐷🐷🐷🐷🐷
Service/Atmosphäre: 🐷🐷🐷🐷
Preis/Leistung: 🐷🐷🐷
Total Bewertung: 🐷🐷🐷🐷

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