Schnasberger Besenbeiz Metzgete, Elsau

Schnasberger Besenbeiz Metzgete, Elsau

19. März 2016 1 Von Jenny

Die urchige Metzgete im ehemaligen Schweinestall

Nach einem 15-minütigen Fussmarsch erreichten wir den Oberschnasberg, wo in der Schnasberger Besenbeiz der Familie Sommer das letzte Metzgeten-Wochenende der Saison stattfand.

Die Beiz ist ein Familienbetrieb, das merkte ich bereits beim Eintreten, wo wir per Handschlag von Rolf, dem Wirt begrüsst wurden. Platziert wurden wir an langen Tischen, links eine Familie mit drei quirligen und lebhaften Buben, rechts Platz für vier weitere Personen. Die Stimmung war ausgelassen, die meisten Gäste waren nicht zum ersten Mal hier und das Wirtenpaar kannte nahezu alle mit Vornamen.

Dass wir hier „fremde Fötzel“ waren, muss wohl nicht weiter erwähnt werden 😉 Rolf hat sich aber liebevoll um uns gekümmert und mich schnell in ein Gespräch über die Metzgete an sich, wie ich auf die Metzgete im Schnasberg aufmerksam wurde und allerlei drumherum verwickelt. Mir war sehr schnell klar, hier wirtet eine Familie mit Herz und Seele.

Rolf erklärte mir, dass sie ihre eigenen Schweine für die Metzgete beim Metzger im Nachbardorf schlachten und dass aktuell 50 Personen in den umgebauten Schweinestall passen. Ihm und seiner Frau ist es zudem wichtig, dass sie alles „zu zweit“ bewältigen können. Sie wollen niemand zusätzlich anstellen müssen. An diesem Abend war das Team trotzdem zu dritt. Die Kinder hätten halt gemerkt, dass die Metzgete und der Service lässig sei und wollen auch mithelfen. Heute dürfe die jüngere Tochter aushelfen.

Zu einem Glas Weisswein des Hauses setzten wir uns mit der Speisekarte auseinander und wurden leider etwas entäuscht: Weder Blut- noch Leberwürste waren auf der Karte zu finden. Auf unsere Nachfrage hin erklärte uns Rolf, dass ihr Metzger nach dem Aschermittwoch keine Blutwürste mehr herstelle. Er hätte ihn extra gefragt, doch der Metzger sei strikt geblieben.

Einmal quer durch die Speisekarte

Wir entschieden uns daher für die Leberli, welche von der Wirtin Alexandra frisch zubereitet wurden. Serviert mit Hausgemachten Spätzli, machte ich mich über meine zweitliebste Metzgete-Speise her. Was mir zuerst auffiel, war das Fehlen der Zwiebeln. Die grob geschnittenen Leberli wurden lediglich in Butter angebraten und mit etwas Salz gewürzt. Somit waren sie im Geschmack viel herkömmlicher. Für mich zeugt es von Qualität, auf zusätzlichen Geschmack der Zwiebeln verzichten zu können – auch wenn ich als Zwiebelliebhaberin zugeben muss, dass ich sie etwas vermisst habe. Zudem waren mir persönlich die Leberli „ein Mü“ zu viel gebraten.

Die Portionen waren angenehm klein, so dass wir uns schnell weiter durch die Karte probieren konnten. Da inzwischen der Braten ausgegangen war, probierte ich die grobe Bratwurst mit viiiiel Zwiebelsauce 🙂 Diese wurde auch prompt serviert – inklusive der gewünschten Extra-Portion Zwiebeln. Die Bratwurst war wie versprochen grob und lecker im Geschmack. Eine solide Wurst ohne viel Schnickschnack, begleitet von einer deftigen Zwiebelsauce.In der dritten Runde entschied ich mich für das Steak mit Kräuterbutter und nach Yanas Empfehlung für Sauerkraut als Beilage. Das Steak war im Geschmack sehr lecker, für mein Empfinden jedoch auch etwas zu sehr durchgebraten. Das Sauerkraut dagegen war wirklich eine Empfehlung wert – gegen seinen schlechten Ruf überhaupt nicht Sauer, ohne dabei mit zuviel Schnick-Schnack auskommen zu müssen.

Herzhafte Bratwurst mit Zwiebelsauce Steak mit Kräuterbutter und Sauerkraut Paniertes Schweineschnitzel mit Zitrone

Langsam etwas satt konnte ich mich dem panierten Schnitzel doch nicht verwehren und bestellte dieses als vierten Gang. Serviert mit einem Schnitz Zitrone war dieses solide im Geschmack und hervorragend gebraten. Last but not least entschied ich mich für ein Caramelköpfli als Dessert, welches ebenfalls sehr zu empfehlen ist.

Obwohl es keine Blutwürste gab, wird dies wohl nicht mein letzter Besuch in der Schnasberger Besenbeiz gewesen sein. Alleine schon um die versprochen hervorragenden Blut- und Leberwürste zu probieren 😉 Auch wenn der Service nicht mit dem eines Restaurants verglichen werden kann, wird dies mit viel Herzlichkeit wieder wettgemacht. Für einen Besuch auf dem Schnasberg sollte man zwei Dinge unbedingt mitbringen: Hunger und Zeit.

http://www.schnasbergerhof.ch/metzgete.html
Datum: 18.03.2016

Meine Bewertung

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Qualität: Metzgete BewertungMetzgete BewertungMetzgete BewertungMetzgete Bewertung
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